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Einbau eines Digitaldecoders in eine Köf III von ROCO. Der ja schon beschriebene Umbau der ROCO V 100 inklusive Einbau eines Decoders für Faulhabermotoren hat mich dazu bewogen, es einmal mit einem Modell ohne Faulhi zu versuchen. Hier bot sich die Köf III von ROCO an, in der scheinbar gar kein Platz für Decoder ist. Zumindest nicht bei freier Durchsicht durch das Führerhaus. Zuerst habe ich das Gehäuse nach den Herstellerangaben vom Fahrwerk getrennt. Hierzu ist das Führerhaus mit leichter Gewalt mittels Daumen und Zeigefinger nach außen und dann nach oben wegzuziehen. Soll diese Prozedur bei einem zugerüsteten Modell erfolgen, sind natürlich entsprechende Vorkehrungen, wie Entfernen der entsprechenden Griffstangen usw., vorzunehmen. Nachdem das Führerhaus entfernt wurde, wird deutlich, wie wenig Platz für die üblichen Decoder zur Verfügung steht. Da bei meinem Modell der originale ROCO-Motor weiterhin für den Antrieb sorgen soll, kann auf einen faulhaberkompatiblen Decoder verzichtet werden. Das ist auch deshalb von Vorteil, da so ein kleinerer Decoder verwendet werden kann. Um trotzdem einen einwandfreien Führerhausdurchblick zu behalten, habe ich den DZ 120 von Digitrax nicht einfach unter das Führerhausdach geklebt, sondern überlegt, wie er auf dem Boden des Führerhauses Platz findet. Dazu ist zuerst der Lokführer zu entfernen und als nächstes die hintere Befestigungsschraube von unten herauszudrehen. Danach kann das Gehäuse analog zur Anleitung nach vorne gedrückt und vorsichtig herausgehebelt werden. Hierbei fällt auch auf, daß kein Platz verschenkt wurde und ein Decoder sowieso nur im Führerhaus eingebaut werden kann. Nach dem Entfernen des Gehäuses fiel bei mir der Motor heraus, weil sich die Lötstelle zwischen linkem Bürstenanschluß und dem für den elektrischen Kontak verantwortlichen Messingröhrchen verabschiedet hatte. Wie sich später zeigte, war das aber nicht weiter tragisch, da ich das Röhrchen bis auf die Höhe des Getriebeblocks gekürzt habe, damit keine Kurzschlüsse entstehen können. Auf der gegenüberlienden Seite federt der andere Bürstenkontakt gegen den Getriebeblock, der für diesen Zweck einen nach oben stehenden Anguß besitzt. Auch diesen habe ich entfernt und den Sägeschnitt mit der Oberkante des Getriebeblocks plangefeilt. Der Motor wurde danach wieder an seine ursprüngliche Stelle gesetzt und festgeklebt. Die Bürstenkontakte haben jetzt keinerlei elektrische Verbindung mehr zum Fahrwerk, und die ganze Einheit wird jetzt umgedreht. Nach Entfernen der vorderen Befestigungsschraube und der Fahrwerksbefestigungsplatte tritt die Platine mit den Radkontakten zutage. Sie ist ebenfalls abzuschrauben, damit jetzt die Kürzung des Messingröhrchens erfolgen kann. Auf der Platine befindet sich auch eine Drahtbrücke zum Getriebeblock, die unbedinbgt auszulöten ist. Danach haben auch die beiden Stromzuführungen mit den Radkontakten keinen Kontakt mehr zu irgendwelchen anderen Teilen. Wie schon oben angeführt, sollte der DZ 120 unten im Führerhaus eingebaut werden. Um Platz zu schaffen sind jetzt mittels Uhrmacherlaubsäge zwei Sägeschnitte notwendig. Der eine senkrecht zum Gehäuse direkt hinter der kleinen Schräge im Führerhaus, die später auch noch eine etwa 2 mm große schräge Bohrung erhält, durch die später die vier Zuleitungen des Decoders zu führen sind. Der andere waagerecht sozusagen als Verlängerung des Führerhausbodens in dem sich ja auch das Gewinde für die Befestigungsschraube befindet. Dabei ergibt sich etwa soviel Platz, wie auch der Querschnitt des Decoders benötigt. Jetzt kann man den Decoder anpassen und sich auf die Längen der Decoderkabel einigen. Verwendet werden lediglich das rote, schwarze, orange und graue Kabel. Die restlichen habe ich aufgerollt, um sie später zusammen mit dem Decoder im Führerhaus festzukleben. Nachdem die Kabel durch das gebohrte Loch geführt wurden, wird das rote Decoderkabel auf der in Fahrtrichtung rechten Seite durch eine Ausparung neben dem Getriebeblock nach unten geführt, um es später auf der entsprechenden Seite der Platine festzulöten. Das schwarze, für die linke Seite vorgesehene Kabel kann später an dem verbliebenen Messingröhrchen festgelötet werden. Die richtigen Längen findet man am besten durch loses Aufsetzen des Gehäuses und vorsichtiges Strammziehen der Anschlußkabel heraus. Dabei ist zu beachten, daß die Kabel später nicht zu locker im Gehäuse sitzen, da sie sonst möglicherweise in das Getriebe gelangen könnten. Sind die Kabel abgelängt, werden sie festgelötet. Das rote und schwarze Kabel wie oben beschrieben, das orange wird am Motor in Fahrtrichtung rechts und das graue links angelötet. Nachdem die Schraube für die Befestigungsplatte wieder eingesetzt wurde, kann die Lok auf dem Programmiergleis getestet werden. Ist der Test erfolgreich verlaufen, werden beide Bürstenkontakte mittels dünnem Klebestreifen isoliert und das Gehäuse kann wieder aufgesetzt und festgeschraubt werden. Die Anschlußkabel sollten dabei noch einmal vorsichtig stramm gezogen werden. Bei jedem Arbeitsgang empfiehlt es sich, alle Teile sorgfältig zu überprüfen. Die restliche Arbeit besteht jetzt nur noch darin, auf möglichst gschickte Weise den Decoder mit seinen Kabeln auf dem Boden des Führerhauses festzukleben. Mit schwarzer Farbe angepinselt fällt die neue Führerhauseinrichtung praktisch nicht auf. Selbstverständlich kann auch unser Lokführer nach passender Amputation seines Unterkörpers wieder Platz nehmen und nach Aufsetzen des Führerhauses seine Arbeit wieder aufnehmen. Knut Habicht Weitere Informationen über Digitales © Eisenbahn AG Freie Waldorfschule Krefeld Krefeld, |