Umbau einer ROCO 211 mit Digitalschnittstelle
auf Faulhabermotor und Decoder.

Nachdem meine V 100 von ROCO einen Faulhabermotor von SB erhalten hatte und der Umbau recht einfach war, habe ich mich entschlossen, auch die 211 meines Sohnes umzurüsten. Nebenbei sei noch bemerkt, daß ich der Epoche 3 verfallen bin, die 12jährigen von heute mit einer Donnerbüchse oder einer Dampflok wenig anfangen können, da ja so etwas nicht mehr herumfährt. Deshalb habe ich meinem Sohn Jasper eine Lokomotive der Gegenwart geschenkt, zumal im Krefelder BW Lokomotiven dieses Typs herumstehen.

Nach Entfernen des Führerhauses wurde schon der erste Unterschied zwischen alter und neuer Ausführung sichtbar. Leider hat jetzt der gemütliche Führerstand des kleinen 211-Fahrers in der Mitte einen Ausschnitt erhalten, durch den das Anbringen eines Schnittstellensteckers erst möglich wurde. Gottseidank fällt das bei einem Blick durch die Scheiben kaum auf. Dann wurde das restliche Gehäuse entfernt und die Platine abgeschraubt, um den ROCO-Motor gegen den neuen von SB zu tauschen. Nach dem Festkleben des neuen Motors und Anlöten der Anschlußkabel wäre die Platine wieder an Ort und Stelle gekommen. Unglücklicherweise ragen die Lötbuchsen des Schnittstellensteckers zu weit in den Schwungmassenraum, so daß die Platine so nicht zu verwenden ist.

So mußte neben dem Platzschaffen für den MX 61 Decoder von ZIMO zusätzlich eine Lösung für die Platine her, zumal die Beleuchtung erhalten werden sollte und die Mikrobirnchen dort aufgelötet und verschaltet sind. Nach Verwerfen aller unmöglichen Lösungen, habe ich mich für den Austausch der Platine entschieden, da der Schnittstellenstecker nicht benötigt wird.

Für diesen Zweck habe ich eine Lochrasterplatine zurechtgeschnitten. Man erhält bei Verwendung der Abmessungen der alten zweiseitigen Platine acht Leiterbahnen über die gesamte Länge. Das ist sehr praktisch, wie sich noch zeigen wird. Nachdem das Aufbohren von zwei Löchern zwecks späterer Befestigung dazu führte, daß die beiden Schrauben jeweils zwei Leiterbahnen verbanden und Brücken hätten gelötet werden müssen, habe ich eine neue Platine geschnitten und auf eine Befestigung mittels Schrauben ganz verzichtet. Man wird später sehen, daß die Platine genügend fest sitzt, wenn alles wieder zusammengebaut ist.

Die Platine wird mit den Leiterbahnen nach oben verwendet. Das hat zum einen den Vorteil, daß zwischen Platine und Rahmen nichts isoliert werden muß, und zum anderen kann so problemlos von oben herumgelötet werden. Ich habe mit den Stromzuführungen begonnen und dabei die beiden äußeren Leiterbahnen verwendet. Dann wird der Sitz der Mikrobirnchen übertragen. Dabei kommt es nicht auf Zehntel an. Sie werden auf den Leiterbahnen 2 und 3 bzw. 6 und 7 aufgelötet. Die mittleren Leiterbahnen 4 und 5 bleiben der Stromversorgung für den Motor vorbehalten. Unter der Motorhaube des kurzen Endes können die Anschlußdrähte für den Faulhabermotor jetzt schon angelötet werden. Die geeignete Stelle für die Kabeldurchführung ist dabei die, an der am Gehäuse die Befestigungsschraube sitzt. Ob vor oder hinter der Ausbuchtung für die Schraube ist dabei egal ­ wichtig ist, daß die Durchführung der Kabel von unten nach oben dort erfolgt, da sonst das Einsetzen des Lokführers samt Führerstand entfallen muß. Dies ist natürlich auch von den Abmessungen der Kabel abhängig, die üblichen sind jedoch etwas zu dick.

Für den Fall, daß ein Analogbetrieb vorgezogen wird, können jetzt die nötigen Brücken aufgelötet werden, um die Leiterbahnen funktionsfähig zu verbinden. Die Widerstände von 100 Ohm habe ich weggelassen, die beiden Dioden aus der alten Platine dagegen ausgelötet und entsprechend der notwendigen Stromzuführung für die Mikrobirnchen verwendet. Da sich an beiden Enden des Gehäuses unter der Motorhaube ein Steg befindet, der die Platine herunterdrückt und festhält, muß man den Sitz der Dioden ein wenig austesten, damit diese links bzw. rechts vom Steg passend angebracht werden können. Schließlich wird das Gehäuse festgeschraubt. Nach einem Probelauf kann jetzt der Lokführer Platz nehmen und der Führerstad aufgeklipst werden ­ fertig. Wer möchte, kann sich ja den Fahrer mit Fürerstand der alten V 100 bei ROCO besorgen, der paßt nämlich jetzt hinein, da der Schnittstellenstecker entfallen ist.

Ein wenig mehr Arbeit und Geschick ist für den Einbau des MX 61 nötig. Er paßt nur auf die lange Seite der Motorhaube. Ich habe mich entschieden, ihn ganz dort verschwinden zu lassen. Dazu ist die in der Regel recht lose sitzende Motorklappe vorsichtig abzuhebeln. Die Klappe wird so modifiziert, daß der etwa mittig sitzende Befestigungsstift abgeschnitten wird. Ebenso wird das Befestigungsteil mit dem Schlitz auf etwa die Hälfte gekürzt, so daß später so wenig Material wie möglich in den Motorraum hineinragt. Es reicht zur späteren Befestigung der Klappe mittels Sekundenkleber ein Schlitz von nur 1 mm. Nachdem die Klappe beiseite gelegt wurde, ist jetzt der Steg mit dem Befestigungsloch für die Klappe herauszusägen. Ich habe eine Uhrmacherlaubsäge verwendet, da ein Seitenschneider möglicherweise das Gehäuse beim Schnitt verformt. Beim Sägen ist darauf zu achten, daß das Befestigungsloch für das beiliegende Steckteil erhalten bleibt. Das ist der Fall, wenn man vor den Lichtleitern den Sägeschnitt anbringt. Am anderen Ende habe ich wiederum nur etwa einen Millimeter zur genauen Befestigung der Klappe stehen lassen. Von unten wurde der Rest bis zum Gehäuse glatt weggeschnitten. Jetzt kann der MX 61 probeweise einsetzt werden.

Da das Gehäuse durch die Dicke des MX 61 leicht auf Spannung steht, empfiehlt es sich, am Gehäuse auch noch den Anguß unter dem Auspuff dünner zu fräsen. Sollte dabei soviel entfernt werden, daß ein Ausschnitt entsteht, ist das nicht weiter schlimm. Lediglich im Dunkeln wird dort das Licht herausscheinen. Dem ist aber mittels Isolierband abzuhelfen. Nach diesen Arbeiten müßte der MX 61 genügend Platz haben, um nach Aufsetzen des Gehäuses dort hineingeschoben zu werden. Die dünnen Anschlußdrähte stören das Einsetzen des Führerstandes bei sauberen Lötstellen nicht. Auch hier kann man sich die bestmögliche Stelle zum Anlöten der Kabel aussuchen (Zeichnung folgt).

Knut Habicht

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© Eisenbahn AG Freie Waldorfschule Krefeld - Krefeld, Donnerstag, 13. Juni 2002